Bisher in der Aquaristik am bekanntesten, war die emers und submers Pflanzenzüchtung.
Emers bedeutet über der Wasseroberfläche und submers bedeutet unter Wasser.
Der große Vorteil für Aquarianer von emers (über Wasser) gezüchteten Pflanzen besteht darin, dass sie meist frei von Algen und Schnecken sind. für den Hersteller ist der größte Vorteil, dass die pflanzen über Wasser schneller wachsen und nicht so viel Wasser brauchen. Die Zucht ist somit billiger.
Der Nachteil für Aquarianer ist, dass die Pflanzen sobald sie das erste mal unter Wasser kommen nach und nach alle Blätter verlieren und herum kränkeln können.
Die submers (unter Wasser) gezüchteten Pflanzen bieten für den Aquarianer den Vorteil, dass diese recht widerstandsfähig sind. ein Nachteil können Algen und Schnecken darstellen. Für den Hersteller ist dieser Prozess kostenintensiver und langsamer.

Momentan gewinnt die in vitro Pflanzenkultivierung, bei Aquarienpflanzen, an Popularität.
In vitro bedeutet „im Glas“ und bezeichnet organische Vorgänge, die außerhalb eines lebenden Organismus stattfinden und wird meist in Bezug auf die Nutzung einer künstlich geschaffenen Umgebung verwendet.

Eine in vitro Pflanzenkultivierung ist meist eine Meristemvermehrung.
Ein Meristem ist eine undifferenzierte Pflanzenzelle, wie eine Stammzelle im tierischen Organismus, sie kann sich zu verschiedene Zelltypen ausbilden bzw. ausdifferenzieren.

Die Meristemvermehrung wird unter sterilen Bedingungen durchgeführt, also ohne Keime wie Bakterien, Pilze oder Ähnlichem. Es wird ein Nährmedium angesetzt, welches zugeführte Nährstoffe enthält. Diesem Medium wird zusätzlich ein Geliermittel (meist Agar) zugefügt. Dieses Gemisch wird gekocht, oft autoklaviert (unter Druck erhitzen in einem Autoklav) und damit ein Gel-Nährboden gegossen. Diesem Nährboden werden dann Hormone zugefügt.
Einem Pflanzenstück aus der Mutterpflanze, wird äußerlich Desinfiziert/Sterilisiert, unbelastete Zellen aus dem inneren des Stücks entnommen und auf Nährböden gebracht. Die Nährböden müssen Steril (z.B. in einem Becher) verschlossen werden, und dürfen nur noch in einer Sterilen Umgebung geöffnet werden, um beispielsweise steriles Wasser zuzuführen oder die Pflanzen auf frische Nährböden zu überführen. Die Zellen (darunter Meristeme) werden durch die Hormone zum Wurzel- und Blattwachstum angeregt, so entsteht eine neue Pflanze, ein Klon der Mutterpflanze. Aus einem Pflanzenstück lassen sich so sehr viele neue Pflanzen erzeugen.

Vorteile:

  • Durch die sterile Arbeitsweise können Parasiten, Schädlinge, Algen und Keime nahezu komplett ausgeschlossen werden
  • Die Mutterpflanze sollte von hoher Qualität sein, so dass die entstehenden Klone ebenfalls von hoher Qualität sind
  • Das Gel lässt sich abwaschen und ist einfach zu entfernen
  • Die Pflänzchen in dem Becher lassen sich gut Transportieren

Nachteile:

  • Das Immunsystem der Pflanze kann durch das fehlen jeglicher Keime während der Zucht geschwächter sein, als bei Pflanzen anderer Zuchtmethoden

in vitro Pflanzenkultivierung

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